Historie

Der Kreuzgang ist der Überrest eines benediktinischen Klosters, das schon früh, nämlich in den Jahren 818 und 824, urkundlich erwähnt wird. Bedeutende Zeugnisse dieses Klosters sind die noch erhaltenen Briefe des Mönches Froumund (um 990), die einen einzigartigen Einblick in die Lebensverhältnisse des Klosters geben. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbauten die Benediktiner die heute noch sichtbaren Teile des Kreuzgangs und der Konventsgebäude. Wenig später wurde das Kloster in ein Kollegiatsstift umgewandelt. Im Unterschied zu den benediktinischen Mönchen lebten die Chorherren nicht nach einer gemeinsamen Regel im Kloster, sondern besaßen ihre eigenen Häuser im Umkreis der Stiftskirche. Es war üblich, im Garten des Kreuzgangs Wohltäter und Angehörige des Klosters zu bestatten, so auch in Feuchtwangen bis ins 16. Jahrhundert. Der östliche Flügel, das heutige Café am Kreuzgang, ist eine Rekonstruktion des 20. Jahrhunderts. Der westliche Flügel trägt ein aus dem 18. Jahrhundert stammendes Fachwerk, das die Handwerkerstuben beherbergt. Man kann davon ausgehen, dass West-, Nord- und Ostflügel ursprünglich einstöckig angelegt waren, als Wandelgänge, mit einem hölzernen, zum Hof hin geneigten Dach. Nach der Auflösung des Klosters in der Zeit der Reformation, diente das Haus u.a. als Brothaus der Stadt, auch schon als Zuckerbäckerei, deren alte Handwerksgeräte noch heute in den Handwerkerstuben zu sehen sind, und als Sitz der Kreis- und Stadtsparkasse. Seit 1959 befindet sich hier wieder eine Zuckerbäckerei, also eine Konditorei mit Café.